16. Jacques Berndorf:
Eifel-Gold
geschrieben: 1993
(246 Seiten)
gelesen im Januar 2014
Fazit: DISLIKE
Diesmal fiel unsere Wahl auf einen Kriminalroman. Trotz des allgemeinen Vorurteils, Regionalkrimis seien oft von schlechter Qualität, wollten wir Jacques Berndorf (1936) eine Chance geben. Wir sind beide große Fans des englischen Komikers und Crime writers Mark Billingham, und vor zwei Jahren hatten wir Frank Schätzings Köln-Krimi Tod und Teufel und Oliver G. Wachlins Berlin-Krimis geradezu verschlungen.
Hinzu kam, dass sich der Roman in der Eifel abspielt, nahe Hillesheim, wo wir im letzten September ein höchst vergnügliches Krimi-Wochenende mit Ralf Kramp und Willi Schäfer verbracht hatten. (Das sind die beiden mit Sandra beim abschliessenden Candlelight Dinner.)
Wir hatten uns selbst an der Aufklärung eines perfiden Mordes beteiligt und Berndorfs Eifelkrimi versprach, die schönen Erinnerungen an diese Gegend wieder aufleben zu lassen. Ausserdem war Berndorf von Beruf Journalist, da konnte man doch sicher auf sprachliche Qualität hoffen.
Das Buch fing auch ganz witzig an, aber die Freude ebbte schnell ab. Die Art und Weise, wie die Personen redeten und aufeinander reagierten kam uns unverständlich und geradezu abstrus vor. Stellenweise hatten wir irgendwie ein Twin-Peaks-Gefühl, obwohl Berndorf beileibe kein David Lynch ist. Lag es daran, dass man Eifeler sein musste, um nachzuvollziehen, wie die Menschen dort ticken, oder einfach nur daran, dass wir den speziellen Humor des Autors nicht verstanden? Alles in allem konnten wir uns schwer in die Geschichte hineinversetzen. Die Gedankengänge und Motivationen der Figuren waren uns einfach nur schleierhaft. Hinzu kam, dass allzu oft die gleichen Sätze wiederholt wurden, so dass wir sehr früh den Eindruck bekamen, der Autor wolle eine dünne Geschichte irgendwie auffüllen, um auf die vorgeschriebene Seitenzahl zu kommen.

Als auf Seite 68 ein pensionnierter Kommissar, der schnell mal zum Mordfall-Lösen in die Eifel gekommen war, die Hauptfigur (einen Journalisten à la Berndorf) fragt "Was wollen wir hier eigentlich?" da dachten wir genau das gleiche. Unsere vorgeschriebenen 10 Prozent des Buches hatten wir abgelesen und ihm folglich eine mehr als faire Chance gegeben. Mehr mussten wir nicht über Hobby-Kriminologe Siggi Baumeister erfahren. Aber wir waren doch neugierig, wer denn jetzt für den Geldraub verantwortlich war, und blätterten noch schnell die letzten Seiten durch. Aber auch das war eine Enttäuschung. Dass das Ganze als eine Art Lausbubenstreich abgetan wurde, mit dem die Eifeler Jungs es den faulen Politikern in Berlin und dicken Bankern in Frankfurt mal so richtig gezeigt hatten, passte nicht in unser Gerechtigkeitsbild und die wirklich seltsamen Reden der Figuren regten uns einfach zu sehr auf.
Das Fazit für diesen Roman lautet daher, leider, eindeutig: DISLIKE.
Leseprobe:
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