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1. Tschingis Aitmatow:
 
Du meine Pappel im roten Kopftuch


geschrieben: 1961
Originaltitel: Кызыл жоолук жалжалым (kirgisisch)
(149 Seiten)
 
gelesen im März 2013
Fazit: **** LIKE

 
Das erste Buch war gleich ein voller Erfolg. Die relativ kurze Novelle ist eine deutsche Übersetzung aus dem Kirgisischen, mit dem Originaltitel Кызыл жоолук жалжалым.
 
Zum Inhalt: Während einer Zugreise erzählt der Lastwagenfahrer Iljas einem Reporter seine Liebesgeschichte mit der hübschen Asselj, die leider tragisch endet, da die Frau ihn wegen seines unberechenbaren Benehmens schlussendlich mit dem gemeinsamen Sohn verlassen hat und ihr Leben nun mit einem anderen Mann teilt. Am Ende erklärt Iljas noch einmal seine ewige Liebe zu Asselj, seiner "Pappel im roten Kopftuch", doch wird er versuchen, sein Leben auch ohne sie zu meistern und glücklich zu sein.
 
Die Geschichte besteht aus vier Teilen: ein kleiner einführender Prolog, gefolgt von Iljas’ Erzählung, die das Kernstück bildet, dann eine kürzere Erzählung des Straßenmeisters, dem neuen Mann in Asseljs Leben, und als Abschluss ein kurzer Epilog. Das alles liest sich sehr fließend und ist in einer poetischen Sprache geschrieben.
 
Obwohl Iljas das Scheitern der Beziehung selbst verschuldet hat, tut er einem am Ende doch leid, da er und Asselj sich offensichtlich noch sehr lieben und trotzdem nicht mehr zusammenbleiben werden, weil Asselj ein sicheres Leben für sich und ihren Sohn einer stürmischen, unsicheren Liebe mit Iljas vorzieht. Es ist das klassische Thema der unerfüllten Liebe, eingebettet in die raue, kirgisische Landschaft.
 
Man sieht die kirgisische Steppe, ihre Strassen, Orte und Menschen förmlich vor sich. Was uns vor allem berührt hat, ist wie nah einem das Denken und Fühlen der Menschen ist. Die Figuren erschienen uns allesamt liebenswerter und echter als zum Beispiel die Gestalten in Atwoods Roman zwei Bücher später.
 
Tschingis Aitmatow (1928-2008) hat die Geschichte in den 1960er Jahren geschrieben, und die Handlung spielt wohl auch um die Zeit in Kirgisien. Hauptorte sind der See Issyk-Kul, die Bezirkstadt Naryn und der Dolonpass Richtung Tienschan. Somit entdeckten wir eine Gegend, Sitten und Gebräuche, die uns bisher eher unbekannt waren. Das alles trug dazu bei, dass uns das Buch sehr gefallen hat. Aitmatow ist auf jeden Fall ein Autor, den wir weiterempfehlen.
 
Fazit: gut geschrieben, nachvollziehbare Figuren, neues Land/Sitten entdeckt, romantische Geschichte – it's a LIKE.
 
Leseprobe:
 
 

 

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